Kanada ist heute aus dem Kyotoprotokoll ausgetreten. Da tritt ein Umweltschädling halt aus einem völkerrechtlich verbindlichen Vertragswerk heraus, bevor er Strafzahlungen bezahlen muss. Das ist so, wie wenn ein Autofahrer der im Ortsgebiet mit 100 kmh unterwegs ist und erwischt wird dann meint, für ihn gilt die Straßenverkehrsordnung halt nicht.
St.Andrä-Wördern ist zwar keine völkerrechtlich relevante Gebietskörperschaft, aber dem Klimabündnis ist es schon beigetreten. Doch STAW macht es schlauer als Kanada. Die Klimabündnistaferln bleiben weiter hängen, aber getan wird dennoch nichts – Mogelpackung nennt man dies lt. Konsumentenschutzes.
STAW hat doch ein paar Maßnahmen im Klimaschutzbereich gesetzt, wird dagegen eingewendet. Zum Beispiel:
Das p.t. Publikum möge sich an die ruhmreiche Förderung von Energiesparlampen erinnern. Im ersten Jahr wurden hieraus beachtliche Summen in der Höhe von weniger als €200.- ausgeschüttet. Ein Euro pro Lampe war die Förderlatte hoch - aber nur mit Meldezettel aus STAW - da könnte ja ansonsten jederman/frau kommen. Die EU hat diese „Erfolgsstory vernichtet, indem die Glühlampen verboten wurden.
Ansonsten ist herzlich wenig für eine Senkung der Treibhausgasemissionen im Ort unternommen worden.
Hier ein paar ausgewählte Beispiele (ohne Anspruch auf Vollständigkeit):
a) Das Biomasseheizwerk an der Greifensteinerstraße versorgt gerade mal ein paar öffentliche Gebäude, aber ein Anschluss von privaten Objekten wurde mit Absicht verhindert. Ananderem Standort, wie auch angeboten und wesentlich mehr Abnehmern wäre nicht nur ein ökonomisch sinnvoleres Projekt verwirklicht worden, sondern auch viel für den Klimaschutz getan. Doch hier wurde eine Jahrhundertchance für den Ort vergeben. Die Vertreter aller Ortsparteien haben dennoch lieb und nett bei der Eröffnung in die Kamera gelächelt. Das Biomasseheizwerk wird nur mit Biomasse von ausserhalb des Ortes versorgt, obwohl STAW die waldreichste Gemeinde im Bezirk Tulln ist und zahlreiche Waldbaurn mitwirken wollten, letztlich aber nicht durften – dies bewirkt somit einen Totalabfluss der budgetwirtsamen Ausgaben. Lokale Wertschöpfung durch Einsatz erneuerbarer Energieträger - ein Fremdwort im Gemeinderat von STAW.
b) Die Gemeinde fördert keine erneuerbaren Energieträger mehr – Energiesparmaßnahmen sowieso.
c) Im Areal des neuen Industrieparks werden derzeit Gasleitungen verlegt - Eine Biomassenahwärmeversorgung, die auch für Enzmann-, Passruckhof, die bestehenden Gewerbebetriebe und allerlei Einfamilienhäuser von Nutzen wäre, hat der Gemeinderat bei der Planung nicht einmal angedacht. Das ist die nächste vergebene, besser schon in den Planungsköpfen verhinderte, Jahrhundertchance!
d) Radwege gibt es in STAW nicht, dafür wird der motorisierte Individualverkehr beim Bahnhof Wördern mittels zusätzlicher Parkplätze noch attraktiver gemacht. Es versteht sich auch, dass eine Verbesserung der Busanbindung an den Bahnhof Wördern dem Gemeinderat herzlich egal ist.
e) STAW verfügt über keine Treibhausgasbilanz und kann daher nicht beweisen ob und wie es den Klimabündnisverpflichtungen (minus 50% der Emissionen aus 1990) bislang entsprochen hat. Aber nicht einmal seinen Beitrag für das Bundes- bzw. Landesziel (minus 13% aus 1990) lässt sich dokumentieren. Damit niemand nachfragen kann, werden halt die Daten einfach nicht erhoben. Die Tafeln an den Ortseinfahrten sollen halt allemal reichen. Wer mehr wissen will, soll doch beim Salzamt anrufen oder dem Gemeindeamt ein Email schicken.
f) Klimabündnisarbeitskreis: Auf dem Papier existiert er angeblich noch, doch das ist bekanntermaßen geduldig. Sitzungen sind anscheinend seit 2008 nicht mehr notwendig, Aktivitäten detto – Entweder haben eh alle keine Ahnung oder es wuchs die Erkenntnis, dass es sich in STAW einfach nicht lohnt engagiert zu sein - es wird sowieso alles vom Gemeinderat abgeschmettert bzw. ins Verkehrte verkehrt.
g) Die Energiekennzahlen der öffentlichen Gebäude sind Ortsgeheimnis. Ungebührend frech sind all jene, die wissen wollen was da mit ihrem Steuergeld errichtet wurde!
h) Auch wenn´s im Gemeinderat niemand wahrhaben will, der Klimawandel wird zu einer Häufung von extremen Wetterereignissen führen. Aber dem Gemeinderat ist es herzlich wurscht, dass mehr als 1000 BürgerInnen um ihre Existenz fürchten müssen, wenn der Hagenbach einmal übergehen sollte. Das ist auch ohne Klimawandel recht rasch einmal möglich, denn die Dämme und Durchflüsse unter den Hagenbachbrücken sind nicht alle auf ein 100 jähriges Hochwasser hin ausgelegt – die Eisenbahnbrücke über den Hagenbach schafft nicht einmal den Durchfluss für ein 30jähriges Hochwasser. Da passen gerade mal 14 Kubikmeter pro Sekunde durch- ein 30 jähriges Hochwasser wird auf 18 Kubikmeter pro Sekunde bemessen. Warum dies bislang niemand im Gemeinderat aufgefallen ist, bleibt ein weiteres Geheimnis – detto was getan werden müsste , um Abhilfe zu schaffen. Eigentlich sollte man diesbezüglich mit der ÖBB auch einmal reden, aber im Gemeindeamt wurde wahrscheinlich die Telephonnummer verlegt oder es sind die Gremien hierzu noch zu keiner Entscheidung gekommen. Über Jahre hinweg hat der Gemeinderat nicht darauf gedrängt, dass zum Hagenbach endlich eine Untersuchung durchgeführt wird. Als diese dann (dennoch) begann, lieferte sie die Daten so verspätet, sodass die Ergebnisse erst nach der letzten Gemeinderatswahl (welch eine Überraschung) vorlagen. Und seit einer Bürgerversammlung im November 2010 ist bzgl. Hagenbach Sendepause aus dem Gemeindeamt. „Wir sind um ihr Anliegen bemüht „ könnte es anderswo heißen - Nicht so im Niemandsland STAW.
i) Selbst mehr als 14 Tage nach der Beschlussfassung des Gemeindebudgets für 2012 und des mittelfristigen Finanzplans für die Jahre 2012-2015, sind diese Dokumente noch immer nicht veröffentlicht. Die Ortsbevölkerung wird wohl absichtlich darüber nicht informiert, welche Ausgaben für 2012 vorgesehen sind und schon gar nicht, ob, wann und in welcher Höhe die Hagenbachsanierung zu Buche schlagen wird.
Die politischen Parteien im Gemeinderat ergehen sich eher in Vorweihnachtsharmonie – manche davon anscheinend schon seit Jahresbeginn. Ja, harmoniesüchtig sind die STAW-PolitikerInnen allemal und daran wird auch nichts geändert, auch wenn das Defizit explodiert und die Untätigkeiten himmelsschreiend geworden sind. Da prallen alle Wünsche nach Bürgerbeteiligung und Klimaschutz vor Ort am Wörderner Wohlfühlklima elegant ab.
Engagierte BürgerInnen will hier niemand haben. Ich hör es schon wem sagen: "Da könnt ja jeder kommen" oder "Dürfens denn das?".. das erinnert alles sehr an das Biedermeier und kein Vormärz ist in Sicht. Auf jeden Fall an eine Zeit, die noch tief im obrigkeitshörigen Absolutismus verankert war..
Kanada – umgangssprachlich Kana da, sprich Niemandsland.
Vorweihnachtlich erklingt daher auch stets der gleiche Slogan: "Ist da jemand? - aber da ist wer anderer gemeint. Weil Licht ins Dunkel will in STAW niemand bringen. Wir sind ja schließlich in Kana da...
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